Bad Sooden Allendorf
- das Gradierwerk -
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Bad Sooden Allendorf ist eingebettet in einer sanften Mittelgebirgslandschaft am Dreiländereck Hessen-Thüringen-Niedersachsen im wunderschönen Werratal, eine sympatische Fachwerkstatt an den Ausläufern des Hohen Meißners. Man erlebt hier Salz und Sole, das Gradierwerk, Freiluftinhalatorium, die Werratal Therme und natürlich ausgezeichnete Wege zum Wandern und Radfahren. |
Das mächtige Gradierwerk (Länge 140 m, Höhe 12 m) mit seiner imposanten Holzkonstruktion ist eines der letzten Bauwerke dieser Art in Deutschland.
Inzwischen ein Freiluftinhalatorium, mit Wandelgängen für Besucher |
Werratal Therme
Therapie und Wellnes |
Totes-Meer-Salzgrotte
empfohlen bei Allergie oder chronischem Infekt der Atemwege
Mehr: salzgrotte-bsa.de |
Verwöhnwochenende Bad Sooden Allendorf (im Jan. nicht buchbar) |
Orte: Ellershausen, Lindewerra, Oberrieden, Ahrenberg, Kammerbach, Orferode, Hitzenrode, Kleinwach |
Berge, Hügel: Weidsche Kopf, Klausberg, Heiligenberg, Hoher Ahrenberg, , Rosskopf, Sol-Berg, Kalenberg |
Flüsse, Bäche: Werra, Solegraben, Schwanenteich |
komoot |
Als Kind war ich einmal in Bad Sooden Allendorf um die Wandelgänge auszuprobieren.
Da ich seit Jahren eine Nasennebenhöhlenentzündung habe, sind wir an diesem Sonntag bei 6 Grad und nicht vorhandener Sonne mal mit den Hunden hingefahren.
Übersetzung "gradieren": "konzentieren"
Eine beeindruckende Geschichte der Sole sowie des Salzes konnten wir erfahren.
Das "Gradierwerk" wurde 2002 renoviert und ist das einzige von den damaligen 22.
Damals lief das Salz über Stroh nach unten, heute über Schwarzdorn.
Wir sind einmal durchgegangen und danach schmeckten wir Salz auf den Lippen ;-)
Im Sommer ist es auch ein Ruhebereich um die mit Sole angereicherten Luft zu inhalieren.
Später erfuhr ich von der Salzgrotte, die sich in der Werratal Therme befindet.
Da muss ich wohl nochmal hin ;-)
Dann wenn wir im Frühling nochmals hier sein werden um den kompletten P7 zu laufen und ich in der Salzgrotte etwas gegen die chronische Nasennebenhöhlen-Entzündung tun werde ;-), wir könnten auch ein 2 tägiges Verwöhnwochenende in Bad Sooden Allendorf machen
Diese Tour rund um das Gradierwerk (1,8 km) war als Gassi für die 1 Stunde Anfahrt natürlich nix - daher gings dann gleich weiter zur 8 km Wandertour - Teil des P7, Söder Wald
Fotos und Infos vom 15. Januar 2023
Das Siedekot
Mühsal für das "weiße Gold" Im Namen Gottes, blast das Feuer an! lautete der Ruf des Solemeisters wenn das Feuer in den Siedehäusern entfacht wurde. Kote hießen diese einfachen Hütten. Dreimal pro Woche wurde hier in großen Pfannen durch Kochen der Sole das Salz gewonnen. Dabei verdampfte das Wasser, die Salzkonzentration stieg und die wertvollen weißen Kristalle bildeten sich. Um 1600 dauerte dieser Vorgang 16 Stunden und mehr. Er beanspruchte pro Siedekot fünf Personen, einen Siedemeister, einen Salzknecht einen Siedejungen und zwei mitarbeitende Frauen. Wohlstand garantierte die Salzproduktion vor allem den Besitzern der Salzpfannen, den Pfännern. "Das landgräfliche Geschäft" 1538 erkannte auch Landgraf Philipp das Lukrative Geschäft mit dem Salz und erwarb in Verhandlungen die Zustimmung zum Bau von eigenen Siedehäusern. Die Pachtverträge wurden im 16. Jahrhundert die gesamte Soodener Salzproduktion in landgräfliche Verwaltung übertragen. Damals gab es in Sooden 87 Siedekote, in denen jährlich bis zu 5.000 Tonnen Salz gewonnen wurden. "Deutschlands größte Pfanne" Mit der Industrialisierung vreänderten sich Zahl und Aufbau der Kote. Um 1880 entstand die damals mit 187 qm größte Pfanne Deutschlands. Mit dem Ende der Soodener Salzproduktion verschwanden Anfang des 20. Jahrhunderts auch die Siedehäuser |
Bohrturm über der Salzquelle Nr. 5, erschlossen 1864, Schachttiefe 334 m
Bohrturm
Geschichte von Jakob Sigismund Waitz
Forschungsprojekt: Bio-Zucker zur Ethanol-Herstellung
Das Mini-Gradierwerk:
Über die gepressten Ballen aus unbehandeltem Stroh rieselt neunprozentige Sole. Auf diese Weise wird gezielt nach lokal begrenzten Mikroorganismen, Pilzen oder Baktieren gesucht, die in der Sole optimal wachsen. Über diese Mikroorganismen, die das Stroh zersetzen, wollen die Forscher an den Zucker herankommen. Nach Angaben des Dipl.chemikers Ernst erhalten tausend Kilogram Stroh 320 Kilogram Glukose, also reinen Zucker, sowie 200 Kilogramm andere Zuckerarten. Daraus ließe sich in weiteren Verfahren 260 Liter reiner Alkohls gewinnen. Es handelt sich um eine Grundlagenforschung, daher ist das Ergebnis noch offen. |
das Mini-Gradierwerk
Erstes Sole Badehaus, anno 1818
Die Anfänge des Heilbades
Dem Salzsieder Johann Georg Jahn, welcher an Rheumatismus leidet wurden sechs Salzbäder mit Badesalz im Jahr 1858 verordnet. Dieses und ähnliche Rezepte erlaubten Salinenmitarbeitern die kostenlose Nutzung des Soodener Badehauses welches im klassizistischen Stil errichtet wurde.
Damit gehört Sooden zu den ältesten Solbädern Hessens.
Der damalige Salinenleiter Dr. Schaub und sein Bauinspektor Avenarius waren die Begründer des ersten Badebetriebes. Sie wollten die therapeutischen Möglichkeiten der Solebäder erproben, die nach damaliger Auffassung bei Gicht, Rheuma, Niedenleiden und Hautausschlägen lindernd wirkten. Avenarius interessierte sich für wirtschaftliche Möglichkeiten eines Badebetriebes, der auch selbstzahlenden Gästen offen stand.
Spartanische Badefreuden Vier Silbergroschen kostete 1826 ein einstündiges Einzelbad. Damals bestand das Badehaus aus drei Zellen mit je einer hölzernen Wanne, einem eisernen Ofen und einem Stuhl. Häufig wurde auch höherwertige "Gutsole" wegen der besseren Heilwirkung hinzugefügt. Aus diesen Anfängen hat sich ein moderner Kurbetrieb entwickelt. |
Erstes Sole Badehaus
Die Geschichte dazu auf einem Hinweisschild
wir laufen am Solebach entlang
Gelände des Gradierwerkes
Warum wird der Schwarzdorn weiß?
Hätten Sie das gewusst?
Warum wird der Schwarzdorn weiß?
Es gibt weiße Ablagerungen auf dem Schwarzdornreisig des Gradierwerks. Diese Ablagerungen sind kein Dornstein!!
Durch sehr warme Wetterbedingungen (sehr schnelle Wasserverdunstung) ist die Salzkonzentration der Sole extrem hoch, dadurch setzt sich das Salz der Sole auf dem Schwarzdornreisig ab. (Dies ist kein Dornstein, auch Salinenstein genannt (Heimatkunde) - es wird durch Regen und nicht so hoch konzentrierte Sole wieder abgewaschen. |
wir wandeln auf der anderen Seite
der Solebach
Schwarzdorn - Reisig
Geschichte des Gradierwerkes
Im Zeichen des Fortschritts. Das im 20. Jahrhundert stark verkürzte "Gradierwerk Nr. 5" ist das einzige heute noch vorhandene von einstmals 22. Das erste wurde im Jahr 1601 erbaut.
Die Gradierhäuser waren Holzkonstruktionen wie heute, hatten aber in der Regel ein Dach, in der Anfangszeit mit Stroh gedeckt, später wegen der Feuergefahr meist mit Ziegeln. Unten war das Bassin zum Auffangen der gradierten Sole. Das Gradieren (Steigerung der Salzkonzentration) erfolgte dadurch dass der Wassergehalt der auf die Gradierwerke hochgepumpten Sole bei deren Heruntertröpfeln an den Schwarzdornreisern durch Verdunstung abnahm. so erhöhte sich die Salzkonzentration.
Wegen dieses Vorganges wurden Gradierwerke früher auch Leck- oder Dröppelwerke genannt. Die Gradierung erfolgte zunächst über Strohbündel. Seit 1735 gab es die Schwarzdorngradierung. Der technische Vorteil einer Gradierung bestand darin, dass das Sieden jetzt mit einer höherprozentigen Sole beginnen konnte. So wurde der Siedeprozess erheblich verkürzt, Brennmaterial eingespart und die Produktion gesteigert. "Gutsole" als Endprodukt. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde ein Verfahren bei der Gradierung verwendet wo in mehreren Schritten 4,5 bis 6,5 prozentige Sole auf die Höchststufe von 22 bis 25 % Salzgehalt hochgradiert wurden - durch eine Hintereinanderschaltung der Gradierhäuser zu Gradierstraßen.
Freiluftinhalatorien Seit mehr als 100 Jahren bietet Sooden seinen Gästen die Gradierwerke als Freiluftinhaltorien an, damals noch gegen eine "... beim Badeverwalter einzulösende Karte".
Heute für Besucher kostenlos. Es fließen an einem sonnigen Sommertag ca. 250.000 Liter Sole über die 2.400 qm Tropfläche des Gradierwerkes, das 2002 unter großem Engagement der Bürger der Stadt vollständig restauriert wurde. |
Gradierwerk
Kiefer-Föhre - ein riesiger sicherlich sehr alter Baum
Söder Tor 1703/1705
Eines der schönsten barocken Gebäude des alten Salzwerkes in Sooden aus den Jahren 1704/05.
Der einzige Ein- und Ausgang des Ortes, wo die Salinen in den einzelnen Siedehäusern das Salz zubereitete.
Heute befindet sich im Söder Tor das Wahrzeichen des Ortes, das im November 1979 eröffnete Salzmuseum, wo man über die Solequellen, die Salzgewinnung, den Transport des "weißen Goldes" auf den alten Salzstraßen sowie die Geschichte des Heilbades und der Stadt informiert wird..
Bis ins 19 Jahrhundert mit einem hohen Zaun verbunden. Hier durfte kein Pfund Salz den Ort verlassen - nur durch das Söder Tor - Bezahlung Zwei Pfennig, zu entrichten an der Pfennigstube. |
alte Fachwerkhäuser rund um das Gradierwerk
Das Söder Tor - aus altem Stein erbaut
anstatt eines Holztores
Einzige Durchfahrt für Salz-, Holz- und Kohlefuhrwerke sowie Durchgang der Salzträger zu den über 80 Koten und dem vorletzten großen Siedehaus. Zeitweilige Benutzung des Tores als Gefängnis
heute ist es leer hier, dank des Wetters, viele Restaurants sind zu sehen
die Pfennigstube links innerhalb des Tors
Ein Haus für Zoll und Steuern. Zwei Pfennig Zoll mussten die Salzfuhrleute am Ausgang der Saline an den Zöllner entrichten.
alles auf einen Blick
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