Blauer See im Habichtswald, Künstler-Nekropole

 

blauer See
Im Kassler Stadtteil Harleshausen, oberhalb der Rasenallee, die eigentlich 1977 umbenannt werden sollte in "Ludwig-Erhard-Allee" liegt der wunderschöne Hohe Habichtswald.
Man erreicht den Parkplatz der "Bergfreiheit". Hier befindet sich ein Hinweisschild zur "Künstler-Nekropole" Hier befinden sich von namhaften Künstlern ihre eigenen Grabmäler, die sich dort auch bestatten lassen werden.
Haus am blauen See
Haus am blauen See, Foto K. Sauer

Wiederum oberhalb von den Hinweisschildern kommt man auf der Alten Wolfhager Straße zum "Haus am blauen See" und dem Blauen See, das Haus wurde um 1900 gebaut, damals wurde noch Steinabbau betrieben und das Gebäude wurde als Verwaltung eingesetzt. 1915 wurde es von dem Urgroßvater gekauft. Als er 1952 aus dem 2. Weltkrieg zurückkam hatte seine Frau den Bademeister am blauen See eingesetzt um Geld zu verdienen, das hat er ihr untersagt.
Er, wie auch das nicht weit entfernt liegende Erlenloch entstand durch Basaltabbau, u.a. auch Plattenbasalt
Der Blaue See hat seinen Namen wohl vom blauen Basalt erhalten. Quellgebiet ist der "Geilebach". Er trocknet niemals aus, sicher hat er mal wenig Wasser in heißen Sommern, aber immer kann man in ihm schwimmen, wie zum Beispiel mein kleiner Theo.
Der See entstand 1923 nach einem Wassereinbruch, wurde zu einem beliebten Ausflugsziel und lockte in den späten 20er Jahren so viele Badegäste an, das der "Kyffhäuserbund" eine Baracke erbauen ließ in der es Erfrischungsgetränke gab und Familien Kaffee kochen konnten.
blauer See 1944
blauer See 1944, Ludolph
Auch nach dem zweiten Weltkrieg war er beliebt als "Luft- und Schwimmbad" und war von 1950-1959 sogar als Badeanstalt im Kasseler Adressbuch verzeichnet. Ein Bademeister wurde durch die Besitzerin des Hauses als Aufsicht eingesetzt, es gab eine kleine Bewirtschaftung. Damals saß man auf einem Badesteg den die Amerikaner gebaut hatten. Heutzutage kann man auf den Fundamentresten gut am Ufer sitzen, wenn der Wasserstand nicht zu hoch ist. Ansonsten ist nichts geblieben, der Zugang zum See ist überwiegend mit Gestrüpp verwachsen, die kleinen Lichtungen rundum sind verholzt. Der Wald erobert ihn sich zurück..
Weiterhin findet sich in der Nähe noch das Erlenloch, der Silbersee und das Höllchen sowie der Bühl.
Oberhalb des Blauen Sees, am Hang des Hühnerberges befindet sich die Naturhüttensiedlung "Luftbad Waldwiese". Alles Natur pur, es wurde 1928 gepachtet,
Buche Geronimo
Blindenpfad, Buche "Geronimo", Foto K. Sauer
hier stehen 19 Hütten und ein Schwimmbassin. Inzwischen kümmert sich der Verein Luftbad Waldwiese e.V. um den Erhalt und die Pflege der seltenen Pflanzen wie Teufelsabbiß und das gefleckte Knabenkraut. Folgt man dem Weg neben dem Luftbad bergauf kommt man zur Erhöhung Wurmberg, ein wenig weiter zum Herkules oder zur Gaststätte Elfbuchen.

Am Blindenpfad der ebenfalls vom Parkplatz Bergfreiheit aus zu erreichen ist fließt die Geile und abseits vom Pfad findet man "meine" riesige uralte Buche, den Geronimo - sie gibt Kraft ab! Bei Per wurde Geronimo zur blauen Stunde fotografiert.
Der erste Blinden Waldwanderpfad Deutschlands - er ist 2 Kilometer lang, hat 7 Bänke, die Geile als Wasserspielplatz für Kinder und Hunde, uralte Hutebäume und natürlich ein Holzgeländer. Dieser Pfad führt uns zum Erlenloch.
Dieser Natursee hat zu wenig Sauerstoff, häufig sterben die Fische. Er hat keinen Wasserzufluss, ist daher ein stilles Gewässer was regelmäßig umkippt.
blauer See 1944
blauer See 1944, digitalisiert, Buch S. Fröhlich & F. Werner
Ein wenig weiter kommt man zur "Grimm Hütte" die bis 2020 noch den Namen "Gaststätte Erlenloch" trug. Sie wird bis Mitte 2021 umgebaut von Georges Koch und Dorothea Sauerzapf, mit großartigen Angeboten für Eltern, Kinder, Radfahrer, Hundebesitzer. Ein Erlebnisort rund um Märchen und Natur. Der Verein "Essbare Stadt" ist auch mit dabei. Hier ist alles natürlich, regional und mit der Natur verbunden.
Man kann hier laufen bis der Arzt kommt ;-) Bis zur Igelsburg, Dörnberg, Wurmberg, Elfbuchen, Herkules, Bergpark u.v.m.

Stand: 04.06.21
Bürgerverein Harleshausen, Stadtteilzeitung "D'r Osse", digitalisiert von Per Busch, Harleswald.de

Künstler Nekropole, Kassel.de